Freifunk

Seit August 2018 sind in Mellnau mehrere öffentliche WLAN Hotspots installiert. Die Hotspots sind ohne Registrierung, AGB-Vorschaltseite oder anderweitige Hürden nutzbar.

Die Infrastruktur vor Ort wird bereitgestellt von der Mellnauer Vereinsgemeinschaft. Für die Bereitstellung greifen wir zurück auf Ressourcen von Freifunk Frankenberg.

Standorte

  • In der Dorfmitte an der Schule, der Schulscheune, dem Spielplatz und dem Gemeindearchiv
  • Rund um das Dorfgemeinschaftshaus inkl. Parkplatz (Tipp: auch im Campingwagen gut empfangbar)
  • Im Innenhof der Burg Mellnau
  • In und um der Kuckuckshütte (unterhalb der Burg)
  • Auf dem Bolzplatz in den Stöcken

Der aktuelle Ausbaustand des Netzes und die Nutzungszahlen sind online auf dieser Karte zu sehen.

Betreuung

Die WLAN Hotspots wurden angeschafft von der Mellnauer Vereinsgemeinschaft. Die Betreuung der Accesspoints wird von Jürgen Krieg (Elektro) und Andreas W. Ditze (Software) übernommen. Fragen zur Technik und Vorschläge für weitere Standorte können an freifunk@mellnau.de gesendet werden.

Es werden noch Einwohner gesucht, die bereit sind, ihren Internetanschluss in das offene WLAN Netz zu integrieren. Je mehr Leute mitmachen, desto schneller und stabiler funktioniert das Netz im ganzen Ort. Wer unser offenes Netzwerk unterstützen will, schreibt eine E-Mail an freifunk@mellnau.de.

Historie

Die Entschluss zur Errichtung eines offenen WLAN Netzes geht auf die Mellnauer Energiefahrt im Jahr 2018 zurück. Im tiefsten Sachsen-Anhalt, im idylischen Dorf Deersheim, besichtigten die Mellnauer einen gut funktionierenden Dorfladen. Dabei stellte mancher von uns völlig überrascht fest, dass wir dort freies WLAN hatten. Einfach so. Nicht nur die Straßen und der Handy-Empfang waren dort besser, sogar freies WLAN gab es dort. Das inspirierte die Runde – und so reifte im Sommer 2018 der Entschluss, ein offenes WLAN auch für Mellnau zu bauen.

Gesagt, getan. Bereits am 4. Juli 2018, wenige Tage nach der Energiefahrt, beschloss der Ortsbeirat, die vom Kreis bereitgestellte Ehrenamtspauschale der Mellnauer Vereinsgemeinschaft zur Verfügung zu stellen – verbunden mit der Absprache, damit das WLAN zu finanzieren. Und es kam noch besser: der damalige SPD-Stadtrat aus Wetter, Gerd Nienhaus, unterstützte das Freifunk-Konzept. Er sorgte dafür, dass der Landkreis nicht nur das Schulgebäude als Standort für die Freifunk-Antennen zur Verfügung stellte, er sorgte auch noch für eine finanzielle Unterstützung des Freifunk-Projekts, so dass wir die Vernetzung des Dorfes von Anfang an etwas größer denken konnten. Herzlichen Dank!

Nach Rund sechs Monaten stellte sich heraus, dass wir 11 Hotspots komplett aus Fördermitteln beschaffen konnten – und für deren Betrieb keine laufenden Kosten für die Vereinsgemeinschaft anfallen. Ein besonderer Daten geht an dieser Stelle an die Freifunk Marburg GbR und den Freifunk Frankenberg e.V., die die Router-Software und die Internet-Gateways zur Verfügung stellen, ohne die das Projekt so nicht funktionieren würde. Auch an euch: herzlichen Dank!

Auch die Presse berichtete zwischenzeitlich über das Freifunk Projekt in Mellnau. Und unsere Nachbarn in Oberrosphe nutzen dieselbe Technologie, um ihr Bürgerhaus mit WLAN zu versorgen.

Spin-Off: Smart Kids AG baut Feinstaubsensor

So ein offenes WLAN macht natürlich nur Sinn, wenn man es auch nutzt. Die Mellnauer Smart Kids AG – sozusagen unsere Nachwuchsabteilung im Digitalen Ehrenamt – baute im Frühjahr 2019 einen Feinstaubsensor, der seither am Dorfgemeinschaftshaus die Feinstaubkonzentration, Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwacht. Die Daten des Sensors sind öffentlich einsehbar. Die Jahreskurven für Temperatur und Feinstaub sind ebenfalls verfügbar. Tipp: der Sensor hängt in der Raucherecke. Kurzfristige heftige Ausschläge am Nachmittag deuten eher auf Nikotinsüchtige denn auf ein dauerhaftes Feinstaubproblem hin.

Ausblick

Was genau bringt denn nun so ein offenes WLAN? Es fängt ganz einfach an, zum Beispiel im Dorfgemeinschaftshaus. Dort gibt es nahezu keinen Handy-Empfang. Sprich: man kann dort nicht telefonieren. Unser offenes WLAN gleicht diesen Nachteil aus: sowohl per WhatsApp als auch via Standard-VoIP der Telefonprovider kann man jetzt dort telefonieren. Grundsätzlich lassen sich mit dieser Technik auch andere “funktote Flecken” im Ort ausleuchten.

Aber auch der reine Internetzugriff ist ein Gewinn: in Sitzungen mal eben ein Protokoll nachschlagen können? Auf einer Geburtstagsfeier spontan ein Video einspielen? Ja, das geht jetzt einfach so.

Freifunk-Netzwerk während der Jubiläumsfeier der Burschen- und Mädchenschaft 2018

Spannend ist das offene WLAN auch unter dem Aspekt des Eventmanagements. Die Hotspots wahren den Datenschutz des einzelnen, zeigen jedoch grundsätzlich öffentlich an, wie viele Leute an einer bestimmten Location gerade eingewählt sind. Damit ist es in Zukunft deutlich leichter planbar, den Zuspruch zu einzelnen Veranstaltungen zu dokumentieren.

Auch für das Internet of Things ist WLAN sehr hilfreich. Vielleicht werden in Zukunft ja Müllcontainer mit Sensoren ausgestattet, die direkt im Rathaus oder beim Entsorger Bescheid sagen, wenn es Zeit für eine Leerung wird.